Suhl: Berg- und Waffenstadt im Thüringer Wald

In der alten Bergstadt Suhl wurden schon vor 2000 Jahren Eisenerze gefördert. Erzgewinnung und Eisenverarbeitung prägten für Jahrhunderte das Gesicht der Stadt. Bereits im 15. Jahrhundert stand die Fabrikation von Waffen und Rüstungsteilen in voller Blüte. Suhl galt als Rüstkammer Europas. Der Verkauf von Waffen an Freund und Feind brachte es aber auch mit sich, dass die Stadt in Kriegszeiten – so im 30-jährigen Krieg – durch Brandschatzung schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde. Später kamen die Suhler Waffenschmiede wieder dank der Qualität ihrer Produkte und der guten Handelsbeziehungen zu Wohlstand. Die Stadt war 1815 immerhin so wichtig, dass Preußen sie samt Teilen der Grafschaft Henneberg einverleibte.

Die Jagd- und Sportwaffenfertigung trägt bis heute dazu bei, dass Suhler Unternehmen Weltruf genießen. In der Stadt am Fuße des Rennsteigs mit ihren 44000 Einwohnern gibt es ein einzigartiges Spezialmuseum für Handfeuerwaffen, in dem auch viele Zeugnisse Suhler Produktionen zu sehen sind.
Deutschlands einzige Berufsfachschule der Buchsenmacher hat hier ihren Sitz, ebenso das älteste Beschussamt des Landes. Ein hochmodernes Schießsportzentrum bietet Schützen aus aller Welt beste Wettkampfbedingungen. Seit 1997 feiern die Suhler auch ihr großes Schützenfest wieder.
Waffen und Suhl – das gehört trotz veränderter wirtschaftlicher Schwerpunkte und dem modernen Flair dieser alten Stadt noch immer zusammen.

So nimmt es nicht wunder, dass gerade in Suhl nun zum zweiten Mal Graveurkunst neu ins Licht der Öffentlichkeit rückt.

Marktplatz mit WaffenschmiedDer Suhler Graveurpreis „Johann Veit Döll“

Das Graveur- und Medailleurhandwerk hat in Suhl eine jahrhundertealte Geschichte. Bedeutende Graveure wie Johann Matthias HOFFMANN, Johann Christoph STOCKMAR und Johann Gottfried KOLBE lebten hier und schufen Waffengravuren, die heute beispielsweise im Militärhistorischen Museum in Dresden zu bewundern sind.
Berühmte Medailleure wie Veit DÖLL, Johann Balthasar GASS, Christoph Carl PFEUFFER und Friedrich Wilhelm HÖRNLEIN arbeiteten für sächsische und preußische Herrscher und für die Berliner Münze sowie für den Zarenhof in St. Petersburg.

Anknüpfend an diese Tradition möchte die Stadt Suhl im Jahr 2004 zum zweiten Mal einen Graveurpreis in den Klassen Waffengravur und Medaille vergeben und zum ersten Mal den Jugendgraveurpreis. Damit soll die lange Tradition der Waffengravur, der Medailleur- und Steinschneidekunst in Suhl gewürdigt und zugleich neu belebt werden.

Am Wettbewerb im Jahr 2002 beteiligten sich 15 Medailleure und Graveure aus ganz Deutschland und Österreich.